Medizinische Schwerpunkte

Geburtshilfe

In unserem Kreißsaal gibt es 2 Entbindungszimmer, ein Vorwehenzimmer, ein Bad mit Wanne für Entspannungsbäder während der Wehen, ein Zimmer mit Entbindungswanne sowie mehrere Zimmer für die Betreuung der Schwangeren und die Klinikvorstellung in der 36. Schwangerschaftswoche (siehe "Sprechstunde").

Unsere Hebammen sind rund um die Uhr für Sie im Kreißsaal und betreuen alle Gebärenden bei regelrechtem Geburtsverlauf bis unmittelbar an die Geburt heran. Zur Geburt selbst wird grundsätzlich der Frauenarzt hinzugezogen. Dies ist auch der Fall, wenn unerwartet Komplikationen auftreten sollten, die die Gesundheit der werdenden Mutter oder des Kindes bedrohen.

In Notfallsituationen ist es jederzeit möglich, einen Kaiserschnitt vorzunehmen. Dazu werden neben den beiden diensthabenden Ärzten der Frauenklinik auch der Anästhesist und der Kinderarzt hinzugezogen. Der Kinderarzt übernimmt dann direkt nach der Geburt die Versorgung des Säuglings.

Zur Entbindung ist es oft hilfreich, wenn eine Person Ihres Vertrauens anwesend ist. Dies kann natürlich Ihr Partner, aber auch eine Freundin oder Verwandte sein. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass nur maximal 2 Personen direkt anwesend sein sollen, da ja auch noch Hebamme und Arzt problemlos helfen können müssen. Manchmal ist es auch möglich, den werdenden Vater selbst bei einem Kaiserschnitt mit in den Operationssaal zu nehmen. Dies muss aber vorher besprochen und individuell in Abhängigkeit vom Grund für den Kaiserschnitt und der Situation im OP entschieden werden - es ist also nicht grundsätzlich und immer realisierbar.

Zur Geburt selbst müssen Sie übrigens keinesfalls "streng auf dem Rücken liegen". Viele Frauen bekommen ihr Kind auf der Seite liegend, halb sitzend im Bett - oder direkt auf dem Gebärhocker. Während der Wehen können Sie jederzeit die Lage wechseln, sich auf dem Pezzi-Ball etwas entspannen oder am hängenden Tuch Halt finden.

Wassergeburt

Seit September 2004 ist es bei uns möglich, eine Wannenentbindung vorzunehmen. Es ist seit Jahren bewiesen, dass - wenn bestimmte Risiken ausgeschlossen sind - die Entbindung im Wasser genau so sicher ist, wie die Geburt "an Land". Das warme Wasser führt dazu, dass die Wehen als weniger schmerzhaft empfunden werden und die Dehnung des Beckenbodens zum Durchtritt des kindlichen Köpfchens schonend vonstatten geht. Zur Wannengeburt ist es unbedingt notwendig, dass Sie noch eine Begleitperson Ihres Vertrauens mitbringen. Es gibt aber auch Gründe, wann wir Sie nicht "in die Wanne lassen", so genannte "Kontraindikationen". Dies sind: Mehrlingsschwangerschaften und Kinder in Beckenendlage, Frühgeburten oder deutlich zu kleine Kinder, alle Zustände, die vermuten lassen, dass es dem Kind an Sauerstoff mangeln könnte, starkes Übergewicht der Mutter oder sehr großes Gewicht des Kindes im Ultraschall, Periduralanästhesie, starker Bluthochdruck der Mutter oder eine "Präeklampsie" (Ödeme, Eiweiß im Urin, Bluthochdruck), Infektionskrankheiten der Mutter.

Bei folgenden Risiken müssen wir je nach Schwere des Risikos gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob eine Entbindung im Wasser sinnvoll ist:
"Risiko-Schwangerschaft" aus verschiedenen Gründen, Diabetes mellitus der Mutter, Veränderungen des knöchernen Beckens (z. B. nach Unfall), Krampfadern im Bereich der Scham.

Wenn Sie sich über die Wassergeburt kundig machen wollen, haben Sie bei den Geburtsvorbereitungskursen oder nach telefonischer Terminabsprache mit den Hebammen im Kreißsaal praktisch jederzeit Gelegenheit dazu.

Akupunktur

Heike Höller
Dr. med. Heike Höller

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

über Station 3, Telefon: 03838 39-2030
oder den Kreißsaal, Telefon: 03838 39-1650

 

Die traditionelle Akupunktur wird im Bereich der Geburtshilfe vielfältig angewandt: Als Vorbereitung auf die Geburt mit dem Ziel, den Geburtsablauf zu verbessern. Unter der Geburt, falls sich die Nachgeburt nicht gut aus der Gebärmutter löst. Im Wochenbett zur Unterstützung des Stillens oder zur Förderung der Zurückbildung der Gebärmutter. Seit März 2004 besitzt Frau Dr. Höller das Abschlussdiplom A der "Deutschen Gesellschaft für Akupunktur". Wir bieten Ihnen daher die Akupunktur als kostenlose Behandlung um die Geburt herum an.

 

Ambulante Entbindung

Üblicherweise bleiben unsere Wöchnerinnen mindestens 24 Stunden in der Klinik, da gar nicht so selten während dieser Zeit kleinere (oder manchmal auch größere) Probleme auftreten. Die Geburt selbst gilt 4 Stunden nach der Entbindung des Kindes als beendet. Sollten Sie es wünschen, könnten Sie ab diesem Zeitpunkt die Klinik verlassen - also sich für eine ambulante Entbindung entscheiden. Wir werden Sie in diesem Falle ausführlich über das Für und Wider in Ihrer konkreten Situation informieren - entscheiden können Sie dann selbst.

Dammschnitt / Dammriss

Durch einen Dammschnitt wird im Bereich des Beckenbodens mehr Platz geschaffen, er dient also dem leichteren Gebären des Kindes und wird heute nur noch vorgenommen, wenn die Hebamme oder der Arzt einen Grund (Indikation) dazu haben. Dies können sein: Schlechte Herztöne des Kindes, die einen Sauerstoffmangel anzeigen; eine Beckenendlagengeburt; eine operative Geburt (Vakuum oder Zange - nicht beim Kaiserschnitt!); bei Festhaken der kindlichen Schulter (Schulterdystokie).

Früher glaubte man, durch den Schnitt könne ein Reißen des Dammes bis in den After bzw. Darm hinein verhindert werden. Dies ist nicht der Fall. Da aber bei seltenerer Vornahme des Dammschnittes die Rate an Dammrissen (ohne After-/ Darmverletzung) ansteigt, ist ein Grund auch heute noch der drohende Riss bei sehr dünnem Damm. Bei uns erfolgt der Dammschnitt praktisch ausschließlich in örtlicher Betäubung.

Nachsorge

Nach der Entlassung aus der Klinik können Sie bei Problemen Ihren Frauenarzt oder Kinderarzt aufsuchen. Sie haben aber grundsätzlich die Möglichkeit, sich von einer Hebamme betreuen und unterstützen zu lassen. Dies ist gerade in den ersten Tagen oder beim ersten Kind sehr hilfreich. Sie können sich dazu an eine freiberufliche Hebamme wenden.

Klinikvorstellung

In den Mutterschaftsrichtlinien ist die Vorstellung in der Entbindungsklinik Ihrer Wahl in der 36. Schwangerschaftswoche verankert. Während der Sprechstunde, die jeweils am Montagvormittag stattfindet, erfolgen eine Untersuchung (CTG, Lagebestimmung des Kindes, Ultraschall...) und eine individuelle Beratung zur Geburt. Sie haben auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und den Kreißsaal zu besichtigen. Bitte melden Sie sich unbedingt telefonisch an!

Periduralanästhesie

Die Periduralanästhesie (PDA, "Rückenmarksbetäubung") ist eine seit vielen Jahren etablierte Methode zur Schmerzbekämpfung unter der Geburt. Der Anästhesist ("Narkosearzt") legt dabei in örtlicher Betäubung einen dünnen Plastikschlauch (Periduralkatheter) in den schmalen Raum um das Rückenmark (Periduralraum). Danach kann ein Betäubungsmittel über diesen Katheter direkt an die Nerven heran appliziert werden.

Vorteil: Sehr wirksame Schmerzlinderung unter der Geburt.

Nachteil: Mögliche Komplikationen durch den Periduralkatheter bzw. dessen Einlage und deutlich erhöhte Rate an operativen Geburtsbeendigungen. (Da die Dosis zur Schmerzlinderung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, kann häufig nicht vermieden werden, dass als Nebeneffekt eine Schwäche der Wehen, der Bein- und Bauchmuskulatur auftritt. In diesen Fällen ist dann die Geburt des Kindes erschwert oder ohne äußere Hilfe gar unmöglich.)